Wie bekommt man seborrhoische Dermatitis in den Griff? Ein Leitfaden zur Hautpflege
Rote Flecken, unangenehmer Juckreiz und endlose Schuppen, die in den Augenbrauen, rund um die Nase oder im Haar auftreten. Wenn Sie diese Anzeichen kennen, gehören Sie wahrscheinlich zu der großen Gruppe von Menschen, die unter seborrhoischer Dermatitis (Seborrhoe) leiden.
Was ist Seborrhoe eigentlich?
Viele Menschen denken, dass Schuppen trockene Haut bedeuten. Bei Seborrhoe ist genau das Gegenteil der Fall. Das Problem entsteht an Stellen, an denen wir die meisten Talgdrüsen haben (Gesicht, Kopfhaut, Brust). Die Haut beherbergt von Natur aus Hefepilze der Gattung Malassezia. Diese Hefepilze ernähren sich von Hauttalg. Problematisch wird es dann, wenn sich die Hefepilze übermäßig vermehren oder das Immunsystem überempfindlich auf sie reagiert. Die Folge sind Entzündungen, gerötete Haut und eine beschleunigte Zellerneuerung, wodurch die typischen gelblichen, fettigen Schuppen entstehen.
3 Säulen einer erfolgreichen Pflege bei Seborrhoe
Wenn Sie Seborrhoe in den Griff bekommen möchten, müssen Sie drei Dinge miteinander verbinden: die richtigen Wirkstoffe, eine sanfte Reinigung und die Beruhigung der Hautbarriere.
1. Achten Sie auf die richtigen Inhaltsstoffe
Drehen Sie bei der Auswahl von Kosmetikprodukten und Shampoos in der Apotheke die Verpackung um und achten Sie auf diese Inhaltsstoffe:
-
Ketoconazol und Piroctone Olamine: Sie wirken gegen übermäßig vermehrte Hefepilze direkt an der Ursache.
-
Salicylsäure: Hilft, Ablagerungen fettiger Schuppen sanft zu lösen und zu entfernen.
-
Zink PCA: Eine moderne Form von Zink, die die Talgproduktion wirksam reguliert, Entzündungen beruhigt und antibakterielle Eigenschaften besitzt.
-
Urea oder Hyaluronsäure: Spenden Feuchtigkeit, ohne die Haut fettig zu machen.
2. Gesichtsroutine
Haut mit Seborrhoe befindet sich in einem dauerhaften Entzündungszustand und ist deshalb extrem empfindlich. Vergessen Sie grobe mechanische Peelings oder aggressive Reinigung, die die Haut nur dazu anregen, noch mehr Talg zu produzieren. Ziel ist es, die Entzündung zu beruhigen und die Hautbarriere wiederherzustellen.
3. Routine für die Kopfhaut
Wenn Seborrhoe auf der Kopfhaut auftritt, reicht ein gewöhnliches Shampoo aus der Drogerie nicht aus. Für eine erfolgreiche Pflege benötigen Sie gezielte Produkte aus der Apotheke.
-
Die richtige Shampoo-Wahl: Suchen Sie in der Apotheke entweder nach einem rezeptfrei erhältlichen medizinischen Shampoo mit Ketoconazol oder nach spezieller Dermokosmetik mit aktiven Wirkstoffen.
-
Richtige Technik: Massieren Sie das Shampoo sanft direkt in die Kopfhaut ein (nicht in die Haarlängen) und lassen Sie es 3 bis 5 Minuten einwirken. Wenn Sie es sofort ausspülen, haben die Wirkstoffe nicht genug Zeit, auf die Hefepilze einzuwirken.
-
Häufigkeit: In der akuten Phase (wenn die Haut juckt und Schuppen bildet) verwenden Sie dieses Shampoo 2- bis 3-mal pro Woche. Sobald sich der Zustand verbessert, reicht es, es 1-mal pro Woche vorbeugend zu verwenden, damit die Entzündung nicht zurückkehrt. Für die normale Haarwäsche zwischendurch wählen Sie ein sehr sanftes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo ohne aggressive Sulfate (SLS/SLES).

Auslöser, auf die Sie achten sollten
Seborrhoe ist eng mit dem allgemeinen Zustand unseres Körpers verbunden. Wenn Sie bereits die richtige Kosmetik verwenden, die Symptome aber immer wieder zurückkehren, ist meist einer (oder mehrere) dieser versteckten Auslöser schuld:
Stress und Müdigkeit sind die häufigsten Auslöser. Wenn wir gestresst sind, schüttet der Körper das Hormon Cortisol aus. Es beeinflusst direkt die Aktivität der Talgdrüsen und verändert die Zusammensetzung des Hauttalgs so, dass er für Hefepilze noch attraktiver wird. Stress schwächt außerdem das Immunsystem, das die Hefepilze dann nicht mehr unter Kontrolle halten kann. Viele Betroffene bestätigen, dass ihre Seborrhoe gerade während Prüfungsphasen oder an anstrengenden Arbeitstagen aufgeflammt ist.
Auch wenn Seborrhoe nicht durch die Ernährung entsteht, kann Essen sie deutlich verschlechtern. Eine Ernährung reich an Zucker und entzündungsfördernden Lebensmitteln sowie Lebensmitteln mit hohem glykämischem Index (raffinierter Zucker, Weißmehl, Süßigkeiten, gesüßte Getränke) lässt den Insulinspiegel stark ansteigen. Das regt die Talgproduktion an und unterstützt entzündliche Prozesse im Körper. Auch Alkohol spielt eine Rolle, da er die Blutgefäße erweitert und dadurch Rötungen und Juckreiz der Haut fördert.
Die meisten Menschen mit Seborrhoe erleben die schlimmste Phase von Herbst bis Frühjahr. Der Wechsel von frostiger Außenluft in überheizte Innenräume trocknet die Haut extrem aus und schwächt ihre natürliche Barriere. Wenn die Barriere gestört ist, haben Hefepilze freie Bahn, um Entzündungen auszulösen. Im Sommer hingegen klingt Seborrhoe bei den meisten Menschen dank UV-Strahlung (die eine leicht antimykotische Wirkung hat) und Meerwasser ab.
Geschwächte Immunität und hormonelle Schwankungen, zum Beispiel nach einer Erkältung, Grippe oder während der Einnahme von Antibiotika, geben Hefepilzen die Möglichkeit, sich übermäßig zu vermehren. Auch Hormone spielen eine Rolle (vor allem Androgene), da sie die Talgproduktion direkt steuern. Deshalb verschlechtert sich Seborrhoe häufig in der Pubertät oder in Phasen hormoneller Veränderungen.
Mechanische Reizung und falsche Gewohnheiten, zum Beispiel häufiges Berühren des Gesichts, Kratzen der Kopfhaut, das Tragen enger Mützen (unter denen sich Wärme und Feuchtigkeit stauen) oder Schlafen mit nassen Haaren.
Da bei jedem Menschen etwas anderes wirkt, ist es am Anfang sehr hilfreich, ein kleines Tagebuch zu führen. Es reicht, sich zu notieren, wann sich die Seborrhoe verschlechtert hat und was davor passiert ist (Stress, eine schlaflose Nacht, Familienfeier und Alkohol). So erkennt man schnell seinen persönlichen Auslöser.
Produkty




